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Was, wenn es zu einem Lockdown kommt – mit eTwinning können wir nach Spanien reisen

Reisen gehört für viele zu den tollsten und bereicherndsten Erfahrungen des Lebens. Aufgrund der Covid-19-Pandemie und des anschließenden Lockdowns können wir nun, neben vielen anderen Dingen, auch nicht mehr reisen.

George Orwell hat einmal gesagt: „Ich möchte eher ein Ausländer in Spanien sein als in den meisten anderen Ländern. Wie leicht ist es, in Spanien Freunde zu gewinnen!“ Wir stellen Ihnen hier zwei spanische eTwinning-Botschafterinnen vor, die ihre Erfahrungen und ihre Kenntnisse über den Umgang mit der Krise mit uns teilen. Denn die Schulen wurden zwar geschlossen, dies tat jedoch ihrer Begeisterung und Entschlossenheit, ihre Schüler/innen mit Hilfe von eTwinning weiter zu unterrichten, keinen Abbruch.

Julia Gracia Ordóñez aus Córdoba ist seit 18 Jahren Lehrerin.

eTwinning ist ein wesentlicher Bestandteil meiner beruflichen Weiterentwicklung, jetzt, da ich mich den Herausforderungen einer Englischlehrerin in diesen schwierigen Zeiten stelle.

eTwinning hilft mir, die Unterrichtsziele in den Bereichen Sprachentwicklung und Digitalkompetenz mit meinen Schüler/innen zu erreichen. eTwinning-Projekte sorgen dafür, dass meine Schüler/innen in Zeiten des Online-Unterrichtens und -Lernens motiviert bleiben. eTwinning ist derzeit mein Hauptwerkzeug, wenn es darum geht, mit Kolleg/innen auf lokaler, nationaler und europäischer Ebene in Kontakt zu bleiben. Als eTwinning-Botschafterin bin ich dankbar für die kontinuierliche Unterstützung und Informationen der spanischen nationalen Koordinierungsstelle (NSS) im Hinblick auf die Integration der eTwinning-Plattform in unsere pädagogische Praxis.

Die Motivation unserer Schüler/innen aufrechtzuerhalten, ist unsere größte Herausforderung. Viele Schüler/innen stehen vor zahlreichen Schwierigkeiten: Sie kommen aus großen Familien, die in kleinen Wohnungen leben, ihre Eltern haben ihre Jobs verloren und sie leiden jetzt mehr denn je unter den Folgen dieser Isolation. Am wichtigsten ist deshalb, sie zu unterstützen und zu motivieren und sie zu ermutigen, positiv zu denken. Wir müssen sie daran erinnern, dass die aktuelle Situation zeitlich begrenzt ist und wir sie gemeinsam überwinden werden.

Ein wichtiger Faktor für die Aufrechterhaltung der Motivation meiner Schüler/innen war eine stärkere Konzentration auf eTwinning und die Abwendung von anderen Social-Media-Plattformen. Das war entscheidend dafür, meinen Schüler/innen dabei zu helfen, gute Gewohnheiten in ihrem neuen Lernumfeld aufrechtzuerhalten. Jeden Morgen schicke ich meinen Schüler/innen Informationen über die Arbeit für den Tag und fordere sie auf, diese auf der Plattform zu erledigen. Im Unterricht für Englisch als Fremdsprache konzentrieren wir uns auf die vier Kompetenzen Hören, Lesen, Schreiben und Sprechen.

Im Rahmen des Unterrichts haben wir unserem TwinSpace eine neue Seite mit dem Namen „COVID19“ hinzugefügt, auf der die Schüler/innen mit ihren europäischen Kamerad/innen interagieren und über die aktuelle Lage sprechen. Außerdem haben wir den Mittwoch zum eTwinning-Projekttag erklärt. An diesem Tag netzwerken wir mit unseren Freund/innen aus Europa.

Die Seite umfasst 3 Unterseiten:

  • Mündliche Archive mit Berichten von Schüler/innen darüber, wie sich ihr Alltag seit dem Lockdown verändert hat;
  • Ein Unterrichtsentwurf in Spanisch – ein Thema für projektbasiertes Lernen für Englisch als Fremdsprache.

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Um den Schüler/innen zu helfen, versuche ich, Aktivitäten wie die Beschäftigung mit Songtexten, die Arbeit an 3D-Objekten, Kahoot-Spiele als Bewertungsinstrument oder das Ansehen von aussagekräftigen Videos einzubauen. So bleiben die Schüler/innen mit ihren Kamerad/innen aus ihrer Klasse und darüber hinaus verbunden. Sie bleiben für ihr persönliches Leben und für die Peer-to-peer-Projektarbeit motiviert.

Karmele López de Abetxuko aus Basauri im Baskenland ist seit 20 Jahren Lehrerin.

In dieser Krise hat sich gezeigt, dass meine Schüler/innen und ich besser vorbereitet waren als Schüler/innen und Lehrkräfte, die keine Erfahrung mit innovativen Projekten wie eTwinning hatten.

Ich verbringe den gesamten Vormittag mit Online-Unterricht. Ich kontaktiere meine Schüler/innen in „Echtzeit“, höre mir ihre Sorgen an und beantworte ihre Fragen. Ich versuche, sie zu ermutigen und zu beruhigen, wenn sie Probleme haben oder sich Sorgen machen. Obwohl dieses Unterrichtssystem sowohl für mich als auch für meine Schüler/innen gänzlich neu ist, bin ich zufrieden mit ihrer Haltung.

Ich habe eine Seite in meine Projekte eingebunden, auf der es um die aktuelle Situation geht.

Ich berichte ihnen von meinen eigenen Erfahrungen, ich teile Aspekte meines Privatlebens mit ihnen und versuche, sie mit Witzen, Anekdoten und positiven Aspekten der Ausgangssperre zu erreichen: „Man kann länger schlafen, man verliert keine Zeit durch den Schulweg, man kann mehr Zeit mit seiner Familie verbringen, man hat vielleicht mehr Zeit, zu lesen oder seine Lieblingsfilme oder Fernsehserien zu schauen, man kann mit Online-Tutorials Neues lernen, zum Beispiel Kochen, Backen, Stricken, Aerobic, Yoga, verschiedene Fremdsprachen“, und so weiter.

Mit Flippity und Classtools haben wir Lernkarten, Quizspiele, Schnitzeljagden oder Escape Rooms, Zeitstrahlen, Wortsuchen, Kreuzworträtsel, Knobelspiele, Galgenmännchen, Mad Libs usw. erstellt.

Am wichtigsten ist jedoch, dass wir dank unserer aktuellen eTwinning-Projekte weiterhin mit dem Rest Europas kommunizieren können. Das ist unter den derzeitigen Bedingungen unbezahlbar. eTwinning gibt mir die Chance, den Kontakt nicht nur zu Lehrkräften aus vielen europäischen Ländern aus meinen laufenden eTwinning-Projekten (Portugal, Litauen, Tschechische Republik und Dänemark) zu halten, sondern auch mit Lehrkräften aus abgeschlossenen Projekten (aus Nord- und Süditalien, Belgien und Griechenland). Die Beziehung zwischen eTwinnern ist beruflicher, aber auch persönlicher Natur. Genau wie die zwischen den Schüler/innen. Einige von ihnen sind Freund/innen, nicht nur Klassenkamerad/innen.