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Einfache Möglichkeiten, Desinformation zu thematisieren und Medienkompetenz im Unterricht zu fördern

Die Verbreitung falscher oder einseitiger Informationen, von wirklich falschen Gerüchten bis hin zu offenen Lügen, ist nichts Neues.

Immerhin sind Fälle von Desinformation schon im alten Rom dokumentiert. Doch das Aufkommen und die Demokratisierung digitaler Technologien haben diesem Phänomen neue Wege eröffnet, so sehr, dass der Begriff „Fake News“ vom Collins Dictionary zum Wort des Jahres 2017 gekürt wurde

Und der Trend blieb nicht stehen: Seit Beginn der COVID-19-Pandemie sind Online-Desinformation und -Fehlinformation (insbesondere in Bezug auf Fragen der öffentlichen Gesundheit) zu einem gesellschaftlichen und politischen Thema von höchster Bedeutung geworden. Viele offizielle Institutionen – wie die Europäische Kommission, die Vereinten Nationen und sogar Papst Franziskus – haben Erklärungen und Richtlinien herausgegeben, um der Verbreitung dessen entgegenzuwirken, was die Weltgesundheitsorganisation (WHO) als „Infodemie“ bezeichnet hat.

Um diesen besorgniserregenden Trends entgegenzuwirken, haben verschiedene Akteure unterschiedliche Initiativen entwickelt. Journalist/innen und Medienspezialist/innen haben Fact-Checking-Dienste ins Leben gerufen, während Politiker/innen auf der ganzen Welt an Gesetzen gegen Fehlinformationen arbeiten und Online-Plattformen ihre Richtlinien verstärken, um der Verbreitung von Fehlinformationen und Desinformationen entgegenzuwirken (siehe zum Beispiel die Fälle von Twitter und Facebook). Obwohl dies lobenswerte Bemühungen sind, stehen sie alle vor dem gleichen Problem: Sie werden leicht von Verleumder/innen mit der Begründung diskreditiert, dass es sich um Versuche handele, die Meinungsfreiheit einzuschränken.

In diesem Zusammenhang hat sich Medienkompetenz als der beste Weg herauskristallisiert, das Dilemma zwischen Desinformation und Meinungsfreiheit zu überwinden. Nach einer Definition von Sonia Livingstone, Professorin für Sozialpsychologie am Fachbereich Medien und Kommunikation der London School of Economics (LSE), ist Medienkompetenz „die Fähigkeit, auf Nachrichten in einer Vielzahl von Kontexten zuzugreifen, sie zu analysieren, zu bewerten und zu erstellen“. Heutzutage wird der Medien- und Informationskompetenz im Bereich der Online-Sicherheit immer mehr Aufmerksamkeit geschenkt, wie der Safer Internet Day (SID) 2021 gezeigt hat, bei dem ein hoher Anteil der Länder die Entscheidung getroffen hat, die Themen Informationsaustausch, Vertrauen und Zuverlässigkeit im Internet sowie Desinformation in den Mittelpunkt ihrer Feierlichkeiten zu stellen, von Großbritannien bis Deutschland, Finnland oder Bulgarien, um nur einige Beispiele zu nennen.

Das bedeutet, dass das Angebot an informativen und pädagogischen Ressourcen zu diesem Thema für Lehrkräfte und Pädagog/innen, die Desinformation ansprechen und die Medienkompetenz ihrer Schüler/innen fördern wollen, ständig wächst. Eine Reihe von Ressourcen zum Thema „Desinformation und Faktenüberprüfung in Zeiten von COVID-19“, die eine Vielzahl von Sprachen und Altersgruppen abdecken, wurde vom Insafe-Netzwerk der europäischen Safer-Internet-Zentren erstellt und sind auf dem Better Internet for Kids (BIK)-Portal verfügbar – und eine noch größere Vielfalt an Ressourcen finden Sie in der Ressourcengalerie von Better Internet for Kids.

Darüber hinaus bietet das SELMA-Toolkit eine Reihe von Ressourcen zur Medienanalyse und zur Medienproduktion, die sich zwar in erster Linie auf Online-Hassreden konzentrieren, aber dennoch eine gute Möglichkeit für junge Menschen sind, die Produktion von Informationen besser zu verstehen.

Lehrkräfte und Pädagog/innen, die mehr über Desinformation und Medienkompetenz erfahren möchten, sind vielleicht an den folgenden Ausgaben des BIK bulletin interessiert, dem vierteljährlichen Newsletter des Projekts „Better Internet for Kids“:

Für Bildungsfachleute, die einen Schritt weiter gehen und eine partizipative, umfassende Social-Media-Literacy-Strategien für Schulen entwickeln wollen, sind die Empfehlungen des sml4change-Projekts ein guter Startpunkt.