article image

Einbindung von eTwinning in den Lehrplan der Lehrerausbildung

2014 begann ich, nach 20 Jahren als Lehrer im Sekundarschulwesen, meine Tätigkeit in der Lehrerausbildung an der Fachhochschule Howest. Direkt bevor ich anfing, an der Hochschule zu unterrichten, besuchte ich einen eTwinning-Workshop zur beruflichen Weiterbildung im estnischen Tallinn zum Thema ‚Programmierung‘.

Bei der Konferenz in Tallinn erfuhr ich, worum es bei eTwinning wirklich geht, und startete mein erstes Projekt namens Four Pics One World mit weiterführenden Schulen aus unterschiedlichen europäischen Ländern. In diesem Projekt arbeiteten meine Geografie-Lehramtsstudierenden im dritten Jahr mit Schüler/innen aus den Sekundarschulen zusammen und entwickelten mit einfachen Programmiertools eine App über ihr eigenes Land.

2015 nahm ich an einem Webinar für Lehrerbildungseinrichtungen teil und lernte dort Hilde Øen (Grundschullehrerin an der Spetalen Skole und eTwinning-Botschafterin in Norwegen) und Anna Bruun (Dozentin in der Lehrerbildung an der UCN Denmark) kennen. Wir beschlossen, die Möglichkeiten für eTwinning-Projekte unserer Institutionen zu prüfen.

Das Ergebnis war das Projekt ICT in the Classroom, eine Zusammenarbeit zwischen Howest und der Høgskolen i Østfold in Halden, Norwegen. Bei dem Projekt ging es um den Austausch von Apps und Webtools und die Besprechung guter Praxisbeispiele für IKT-Einbindung in den Unterricht.

Hilde, Anna und ich haben uns dann bei einer TTI-Sitzung in Brüssel wiedergetroffen und beschlossen, zusammen mit der ebenfalls anwesenden Helen Caldwell (Dozentin an der University of Northampton, VK) ein größeres Projekt namens DLAB (Digital Learning Across Boundaries) ins Leben zu rufen

DLAB I war ein Erasmus+-Leitaktion-2-Projekt, in das eTwinning eingebunden wurde. Es lief drei Jahre lang und erwies sich als großer Erfolg. Eine große internationale Gemeinschaft aus Dozent/innen, Studierenden und Schüler/innen aus Belgien, Dänemark, Norwegen und dem VK arbeitete an drei verschiedenen Themen zur Stärkung von Technik im Unterricht: Technik draußen, von MINT zu MINKT und CLIL. Weiter ging es mit DLAB II Changemakers, einem zweite Erasmus+-Projekt mit neuen Partnern aus Spanien. DLAB II begann 2019 und läuft bis 2022. Der Schwerpunkt liegt auf der Entwicklung von Veränderer/innen und sozialer Innovation in der Bildung.

Nachdem ich das enorme Potential von eTwinning für den Unterricht begriffen hatte, wurde mir klar, dass es wichtig ist, eTwinning in die Lehrerausbildung in Howest zu integrieren.

Mit der PXL Hogeschool, einer anderen flämischen Fachhochschule, haben wir das nationale Projekt ‚Start to teach‘ ins Leben gerufen, in dem Studierende von ihren ersten Unterrichtserfahrungen berichten. 2019 haben wir mit dem University College Nordjylland ein neues Projekt mit dem Namen ‚Enhancing Technology in Teacher Education‘ gegründet, bei dem es um Technik im naturwissenschaftlichen Unterricht geht.

Darüber hinaus wurde eTwinning in eine Reihe von Kursen der Lehrerausbildung in Howest integriert. In Seminaren für Studierende des ersten und zweiten Jahres werden die Grundlagen von eTwinning gelehrt und erlebt. eTwinner aus der Sekundarschulbildung berichten den Studierenden von ihren Projekten. Im letzten Jahr des Lehramtsstudiums müssen Studierende an der Howest im Rahmen des Moduls ‚Projektbasiertes Lernen‘ ein Projekt auf die Beine stellen. Dabei haben sie jetzt die Wahl, zusammen mit Lehrkräften einer Sekundarschule ein eTwinning-Projekt zu betreuen. Das geschah zum ersten Mal im Herbst 2019 und erwies sich als sehr gute Erfahrung für unsere Studierenden wie für die Lehrkräfte in den Schulen.

Abschließend kann ich sagen, dass eTwinning ein leistungsfähiges Werkzeug für die Verbesserung des Lernprozesses und der Motivation im Unterricht ist. Deshalb sollte eTwinning meiner Meinung nach in den Lehrplan der Lehrerausbildungseinrichtungen in ganz Europa integriert werden. Die Plattform bietet großartige Möglichkeiten der Internationalisierung zu Hause und es ist wichtig, dass Studierende eTwinning gut kennen, so dass sie, wenn sie im Beruf stehen, selbst eTwinning-Projekte durchführen können.

Frederik De Laere
Dozent für Geografie
Koordinator Internationales am Institut für Lehrerausbildung der Howest
eTwinning-Botschafter in Flandern, Belgien