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In Deutschland sind die Schulen nicht wirklich geschlossen – dank eTwinning haben sie nur ihren Standort verlegt

Die Aufgabe einer Lehrkraft ist es, die Schüler/innen in ihrer Obhut zu erziehen. Doch was geschieht, wenn das nicht mehr möglich ist?

In dieser beispiellosen Zeit der geschlossenen Schulen und des Social Distancing haben Lehrkräfte viele Aufgaben. Derzeit können Lehrkräfte den Takt eines gesamten Haushalts vorgeben. Sie sind in der Lage, ein herzliches Umfeld zu schaffen, sie beraten und fördern Schüler/innen, sind Vorbilder, hören zu und achten auf Anzeichen für Probleme.

Genau das tun auch zwei unserer Botschafter/innen aus Deutschland. Steffen Töppler und Rebecca Radant haben uns erzählt, wie sie ihrem Leben und dem ihrer Schüler/innen mit eTwinning Struktur geben.

Rebecca Radant, eTwinning-Botschafterin mit neun Jahren Erfahrung, lebt in der Hansestadt Rostock, der drittgrößten Stadt an der deutschen Ostseeküste.
Das Gymnasium Sanitz ist ein moderne Schule im ländlichen Raum bei Rostock mit derzeit 453 Schüler/innen zwischen 13 und 19 Jahren und 46 Lehrkräften/Referendar/innen. Wir fördern eTwinning an unserer Schule und haben das eTwinning-Siegel 2020-2012 erhalten.

Rostock

Dies sind herausfordernde Zeiten für uns alle, insbesondere wenn man kleine Kinder zu Hause hat. Mein Mann kann nicht von zu Hause aus arbeiten, deshalb bin ich tagsüber mit unseren drei Kindern alleine. Normalerweise arbeite ich morgens, bevor sie aufstehen, und abends für die Schule. Während des Tages versuchen wir, einen gewissen Ablauf einzuhalten: Hausaufgaben, Spaziergang, Spielen, aber auch mal einen Film schauen, so dass ich Zeit habe, meine Schüler/innen online zu treffen oder an Online-Fortbildungen teilzunehmen.

eTwinning ist eine ganz neue Art des Lehrens und Lernens, die meinen Unterricht nachhaltig verbessert hat. Es handelt sich um einen am Lernenden orientierten Ansatz. Er fördert die Entwicklung von für das 21. Jahrhundert wichtigen Kompetenzen wie Kreativität, kritischem Denken und IKT-Kenntnissen.
eTwinning macht es jetzt einfach, den Schüler/innen sinnvolle Aufgaben zu geben und hilft mir als Lehrerin, sie zu unterstützen, weil ich ihnen direktes Feedback geben kann. Zum Beispiel arbeiten meine Schüler/innen gerade in internationalen Gruppen an einem Podcast. Auf eTwinning kann ich ihnen kreative Aufgaben wie den Dreh eines Videos, den Entwurf digitaler Poster, die Erstellung interaktiver Präsentationen, das Schreiben eines Blogs, die Aufnahme von Podcasts usw. geben.

Sie können sich ihre Zeit frei einteilen und müssen sich nicht an einen Stundenplan halten. Auf eTwinning kommen sie mit ihren Teampartnern zusammen und erarbeiten in kollaborativen Dokumenten das gemeinsame Skript. Ich denke, sie schätzen die Selbstständigkeit, das gemeinsame Arbeiten und den Kontakt miteinander, da wir uns ja nicht mehr persönlich treffen dürfen.

Eine gute Möglichkeit, eine Online-Unterrichtsstunde zu beginnen, sind eine kleine Umfrage oder ein Brainstorming mit Mentimeter oder Answergarden. In Online-Unterrichtseinheiten lassen sich zusammen Kahoot-Spiele spielen, um Grammatik zu wiederholen oder das Textverständnis zu prüfen. Andere nützliche Tools, die ich für Online-Konferenzen und kollaboratives Schreiben nutze, sind Zoom und Etherpad.

Wenn Ihre Schüler/innen mit der Plattform noch nicht vertraut sind, können Sie auch kurze Videos aufnehmen und ihren Bildschirm mitschneiden, um ihnen zu zeigen, wie sie funktioniert. Ich gebe mein Bestes, meine Schüler/innen zu motivieren, indem ich mit ihnen in Kontakt bleibe. Wenn sie nicht lernen, biete ich Hilfe an und höre zu.

Es ist hilfreich, Ideen mit Lehrkräften aus anderen europäischen Ländern auszutauschen und zu hören, wie sie mit der Situation umgehen.
Für alle, die eTwinning bisher noch nicht genutzt haben, ist jetzt der richtige Zeitpunkt, damit zu beginnen.


Steffen Töppler, eTwinning-Botschafter mit 18 Jahren Unterrichtserfahrung, lebt in Kassel, der für die documenta-Ausstellungen für moderne Kunst bekannte Stadt.

Die Freie Schule Kassel ist eine kleine Schule in einem städtischen Umfeld, die sehr viel Wert auf die Partizipation von Schüler/innen und Eltern legt und einen Schwerpunkt auf nachhaltige Entwicklung setzt.
Seitdem die Schulen geschlossen wurden, nutze ich jeden Morgen eine Seite auf meinem „Corona-TwinSpace“ https://twinspace.etwinning.net/112468 für meine Viertklässler mit individuellen und interaktiven Aufgaben in unterschiedlichen Fächern wie Mathe, Sport, Musik, Sprache usw. Diese Aufgaben unterfüttere ich mit Screencasts, persönlichen Videos und Anrufen zu Hause.

Kassel

Unsere Dritt- und Viertklässler haben ihre regulär geplanten Vorträge über Tiere oder Vorbilder aus der Geschichte in Videokonferenzen über Adobe Connect gehalten, was wunderbar funktioniert hat.

Darüber hinaus halte ich meinen Französischunterricht dreimal pro Woche über Microsoft Teams online ab – auch Hausaufgaben, Feedback und Vokabeltests laufen über Online-Arbeitsblätter in MS.

Außerdem haben wir sofort damit begonnen, ein nettes buntes, wöchentlich erscheinendes Online-Magazin für Mitarbeiter/innen, Kinder und Eltern zu „veröffentlichen“, in dem es um das schulische Leben geht. Dieses Magazin wird auf unserem TwinSpace bereitgestellt.

Kassel

Wir haben die aktuelle Krise als Herausforderung und Chance für Innovation begriffen und Tools nicht nur für den Unterricht, sondern für die gesamte Schule entwickelt. Wir haben eine ganze Reihe neuer digitaler Werkzeuge wie TwinSpace für das tägliche Lernen eingeführt.

Ich schicke den Eltern Updates dazu, was ich mit den Kindern plane. Sofern neue Werkzeuge zum Einsatz kommen, erhalten die Eltern die entsprechenden Logindaten, um ihre Kinder bei der Erkundung und Erschließung unterstützen zu können. Ziel dabei ist es, die Kinder so anzuleiten, dass sie diese selbständig nutzen können.