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eTwinning in Spanien: Die Schule nach Hause holen

Schulschließungen betreffen nach wie vor Lehrer/innen und Schüler/innen auf der ganzen Welt und führen in vielen Fällen zu einer erheblichen Beeinträchtigung des Lehr- und Lernprozesses.

Seit dem Beginn der Pandemie im Jahr 2020 hat eTwinning versucht, allen neu entstandenen Anforderungen nach einer Unterrichts- und Begegnungsplattform gerecht zu werden, die das Schulleben nach Hause bringen kann.

Javier Gascuena, ein Spanischlehrer mit 12 Jahren Unterrichtserfahrung, unterrichtet an der IES Ciudad Jardin, einer mittelgroßen Sekundarschule mit 53 Lehrkräften und etwa 600 Schülern/-innen am Stadtrand von Málaga.

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Es ist eine weiterführende Pflichtschule, die zum Abitur führt und berufsbildende Maßnahmen (spezialisiert auf IKT) anbietet. Herr Gascuena betrachtet eTwinning als Teil der Bemühungen der Schulleitung, aktive Methoden und einen schülerorientierten Ansatz einzuführen, der dem Kampf gegen schulische Ausgrenzung, Leistungsrückstand und Schulabbruch in der Gemeinde dient.

Wie für jede Lehrerin und jeden Lehrer auf der Welt ist die aktuelle Zeit für Herrn Gascuena eine Herausforderung:

Vom 14. März 2020 bis zum Ende des Schuljahres waren alle Schulen in Spanien wegen des Ausbruchs der Pandemie von der Regierung geschlossen worden. Die folgenden Wochen waren das reinste bildungspolitische Chaos: Lehrkräfte, Sozialpädagogen/-innen und Schulberater/innen bemühten sich, die Schüler/innen zu erreichen, während die Schulleiter/innen mit aller Kraft den Online-Unterricht organisierten. Häufig erstellten sie dazu Video-Tutorials und Handbücher für Lehrer/innen mit geringeren digitalen Kompetenzen.

Als eine ausreichende Anzahl von Schülern/-innen und Lehrkräften in der Lage war, online zu arbeiten, konnte wieder gelehrt und gelernt werden. In der Regel begann mein Tag damit, meine E-Mails zu lesen. Mein Ziel war es, mehr Schüler online zu bringen und anderen Lehrkräften bei technischen Problemen zu helfen. Später überprüfte ich, ob sich meine Schüler/innen bei Moodle – der Plattform unserer Wahl – eingeloggt hatten, und ich sorgte dafür, dass alle Arbeiten bewertet wurden und die Schüler/innen ein Feedback erhielten. Für jede meiner Unterrichtsstunden suchte ich nach attraktivem, kompetenzbasiertem Material, um das Interesse und das Engagement meiner Schüler/innen aufrechtzuerhalten. Wir führten auch Videokonferenzen mit unseren eTwinning-Partnern durch und verwendeten mehrere Unterrichtsstunden auf deren Vorbereitung.

Die Arbeit mit eTwinning hat in den letzten Jahren sowohl für die Lehrkräfte als auch für die Schüler/innen den Übergang vom analogen und physischen Lernen zum eLearning am Bildschirm deutlich beschleunigt. Wir hatten die Zusammenarbeit im Internet bereits erprobt und griffen in einem Großteil der Unterrichtszeit auf die in eTwinning-Projekten geschulten Kompetenzen zurück.

Vom Beginn meiner Arbeit in eTwinning an war es mein Ziel, diese Plattform für meinen Englischunterricht und zur Weiterentwicklung schulischer Fähigkeiten und Kompetenzen zu nutzen.

eTwinning ermöglichte es mir, Aktivitäten zu konzipieren, die Schüler/innen in verschiedenen Teilen der Welt durchführen konnten. Außerdem wird auf Englisch kommuniziert, sodass die Sprache, die ich unterrichte, zu einem Mittel wurde, meine Zielsetzungen zu erreichen und die Motivation der Schüler/innen zu erhöhen. Schließlich hat eTwinning die Art und Weise verändert, wie wir Technologie nutzen: Ein höheres Maß an Kreativität wurde möglich und Konzepte wie Netiquette und eSafety wurden eingeführt.

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Da Herr Gascuena bereits viel Erfahrung mit eTwinning hatte, brachte er tolle Ideen für den Online-Unterricht und Hausaufgaben ein. Hier eine Auswahl seiner Ideen:

  • Pinnwände im TwinSpace erstellen, auf denen die Schüler/innen Beiträge zu einem bestimmten Thema posten und auf die Beiträge der anderen reagieren können
  • In Form von digitalen Produkten an bestimmten Themen arbeiten: Videos, Präsentationen, Dokumente
  • Escape Rooms mit Inhalten aus verschiedenen Themenbereichen gestalten
  • Interaktive Online-Unterrichtsstunden erstellen, in denen die Schüler/innen zusammenarbeiten und Entscheidungen treffen müssen, anstatt nur der Lehrkraft zuzuhören
  • Ein Videospiel mit den Inhalten eines Projekts entwickeln und dann gemeinsam in einer Videokonferenz spielen

Herr Gascuena versucht, seine Schülerinnen und Schüler zu aktivieren, indem er sie in die Gestaltung der Aktivitäten einbezieht und ihnen ein Mitspracherecht bei der Festlegung der Unterrichtsziele einräumt. Gleichzeitig werden sie aktiv in die (formative) Bewertung eingebunden. Die Aufgaben, die er stellt, orientieren sich immer an den Interessen der Schüler/innen. Die Methode des projektbasierten Lernens ist der Schlüssel, um das Lernen zu Hause genauso spannend zu gestalten wie das Lernen in der Schule.