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eTwinning in Finnland, dem Land der tausend Seen und Inseln

Mit seinen wunderschönen Wäldern, die mehr als 70 % der Fläche des Landes bedecken, 188.000 Seen und mindestens 70.000 Inseln sagt Finnland von sich, der glücklichste Ort der Welt zu sein! Aber das ist nicht der einzige Grund, aus dem wir das nordische Land bewundern. Ein Element, das zur finnischen Glücklichkeit beiträgt, ist ein Bildungssystem, das stets unter den besten weltweit abschneidet.

Das finnische Bildungswesen bieten jedem, der will, gleiche Chancen. Die Struktur des Bildungssystems spiegelt diese Grundsätze wider. Das System hält niemanden davon ab, zu lernen oder sich weiterzubilden.

In den Worten der nationalen finnischen Agentur für Bildung klingt das so: Das Systems ist höchst durchlässig, das heißt es gibt keine Sackgassen, die verhindern, dass jemand ein höheres Bildungsniveau erreichen kann. Der Erfolg des finnischen Bildungssystems liegt darin begründet, dass es den Schwerpunkt stärker auf Lernen als auf Prüfungen legt.

Ein Drittel der finnischen Bevölkerung (1,6 Millionen Menschen) lebt in ländlichen Gebieten. Finnland ist bestrebt, allen SchülerInnen auch in den abgeschiedensten Landschulen ein solides Bildungsfundament mitzugeben, das sie auf den Arbeitsmarkt und ein Studium vorbereitet.

Mirjami Hyttinen, Sekundarschullehrerin in Finnland und begeisterte eTwinnerin, hat mit uns über ihre Schule gesprochen, die an der Grenze zwischen Finnland und Schweden im Süden von Lappland liegt.

Ylitornion yhteiskoulun lukio ist eine kleine, vom Staat finanzierte private Oberstufenschule. Wir haben etwa 62 SchülerInnen, die drei oder vier Jahre bei uns lernen. Wir nutzen viel Technik: Alle SchülerInnen und Lehrkräfte haben iPads (1:1-Lösung).

Die Schule beginnt um 8:55 Uhr mit zwei 75-minütigen Stunden. Um 11:35 Uhr ist Mittagspause. Unsere SchülerInnen gehen zum Mittagessen in eine benachbarte von der Gemeinde finanzierte Gesamtschule. Die Mittagspause dauert eine halbe Stunde. Nachmittags finden drei Stunden statt. Der Schultag endet um 16 Uhr.

Jedes Fach wird in der Regel eine Periode lang dreistündig unterrichtet. Das Schuljahr ist in fünf Perioden unterteilt.

Das Lernen und das Unterrichten haben sich verändert, seit wir damit begonnen haben, in unserer Schule iPads zu nutzen. Es ist schülerzentrierter, internationaler und interessanter geworden. Es stärkt die Lernmotivation: Die SchülerInnen erfahren, was sich mit Sprachen und Technik anfangen lässt und sie lernen in der Praxis, zusammenzuarbeiten, nicht nur mit ihren KollegInnen, sondern auch mit SchülerInnen aus anderen Ländern. eTwinning-Projekte bieten auch großartige Möglichkeiten, verschiedene Fächer zu verbinden, weil sie häufig interdisziplinäre Themen behandeln.

Wir haben auch vorher schon technische Geräte genutzt, um mit anderen Schulen in Kontakt zu treten, aber eTwinning hat diesen Kontakt sichtbarer gemacht und eine große Vielfalt an Möglichkeiten der Zusammenarbeit eröffnet.

Unsere Schule gehörte zu den ersten vier Schulen, die mit dem eTwinning-Siegel ausgezeichnet wurden. Da unsere Schule klein ist, bedeutet es den SchülerInnen viel, Kontakte außerhalb der Schule zu haben. Das macht das Lernen interessanter und motivierender. eTwinning unterstützt uns dabei, Kompetenzen zu vermitteln, die in der Zukunft immer wichtiger werden, z. B. Zusammenarbeit, Einsatz von Technologie sowie Sprachen und Interaktion.