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eTwinning-Jahrestagung in Warschau: das kulturelle Erbe Europas im Unterricht

Die eTwinning-Jahrestagung begann am Donnerstag, 25. Oktober im polnischen Warschau und brachte Lehrkräfte, PolitikerInnen und Sachverständige aus ganz Europa zusammen, die über den Reichtum des kulturellen Erbes Europas diskutierten.

Am ersten Tag versammelten sich mehr als 500 Lehrkräfte, um den Eröffnungsreden von Tibor Navracsics, dem Europäischen Kommissar für Bildung, Kultur, Jugend und Sport, und Anna Zalewska, der polnischen Ministerin für Nationale Bildung, zu lauschen.

Sowohl der Kommissar als auch die Ministerin betonten die Bedeutung von eTwinning für die Fort- und Weiterbildung von europäischen Lehrkräften. Tibor Navracsics verlieh seinem Stolz darüber Ausdruck, dass mittlerweile mehr als 600.000 Lehrkräfte Teil der eTwinning-Community sind und berichtete von seinem Ziel, in den nächsten sieben Jahren die Marke von 1,5 Millionen Lehrkräften zu erreichen und so einen Beitrag dazu zu leisten, die europäische Bildung besser und inklusiver zu machen.

eTwinning Annual Conference Navracsics

Michael Teutsch von der Europäischen Kommission gab ebenfalls einen Überblick und stellte die eTwinning-Highlights im nächsten Erasmus+-Programm vor. Er wies darauf hin, dass die Europäische Kommission sich wünscht, dass mehr Menschen in Europa vom Erasmus+-Programm profitieren und dass eTwinning die Chancen für SchülerInnen aus ganz Europa und darüber hinaus verbreitert und verbessert.

eTwinning Annual Conference Teutsch

Den Einführungsvortrag hielt Sneška Quaedvlieg-Mihailović, die Generalsektretärin von Europa Nostra.

eTwinning Annual Conference Sneska Quaedvlieg-Mihailović

In ihrer Rede hob sie auf die Bedeutung des kulturellen Erbes als Teil der Zukunft Europas ab und erinnerte daran, dass „kulturelles Erbe viel mehr als Ziegel und Steine“ ist. Frau Quaedvlieg-Mihailovic zufolge „bildet Kultur die verschiedenen Schichten von Identität ab“. Kulturerbestätten in Europa „erzählen uns lokale, regionale, nationale und letztlich europäische Geschichten und durch diese Geschichten fördern wir Vielfalt und ein Gefühl der Zusammengehörigkeit“.

Nach dem Abendessen war es an der Zeit, die Gewinner der Europäischen Preise 2018 zu feiern. Die VertreterInnen der siegreichen Projekte in den einzelnen Altersklassen und Sonderkategorien wurden auf die Bühne gebeten, wo sie ihre Preise entgegennnahmen.

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ICT World 2017

National Parks = International Treasure

Am zweiten Tag war der Veranstaltungsort erneut voller Lehrkräfte und Workshop-LeiterInnen. Der Tag bot jede Menge Workshops und Schulungen.

Dabei ging es um die verschiedenen Facetten des Jahresthemas „Das kulturelle Erbe Europas“. eTwinning-Freunde veranstalteten verschiedenste Workshops: „Unterricht und kulturelles Erbe“ von EuropeanaMilena Popova, „Kulturelle Rechte und Global Citizenship“ von Terre des HommesLysiane André und „Identität = Sehen und Sein“ vom Haus der Europäischen GeschichteGuido Gerrichhauzen.

Fachleute wie Gábor Sonkoly, Dekan der Philosophischen Fakultät der Eötvös-Loránd-Universität in Budapest, Kati Nurmi, Projektmanagerin im Heritage-Hubs-Projekt des Vereins für die Vermittlung des kulturellen Erbes in Finnland, G. M. Gijs van Gaans vom Studienseminar der Fontys Hogescholen und Johan Mårtelius, Kunsthistoriker am Königlichen Institut für Technologie KTH in Stockholm, leiteten spannende Workshops an und berichteten vom ureigenen Wert und der Greifbarkeit des Kulturerbes und wie es im Unterricht genutzt werden kann.

Außerdem teilten eTwinning-BotschafterInnen ihre eigenen Erfahrungen und ihr Fachwissen in interaktiven Workshops und die PreisträgerInnen verrieten die Geheimnisse ihres Erfolgs. Hier erfahren Sie mehr über die Workshops.

Am dritten und letzten Tag der Jahrestagung hielt Marc Durando, Geschäftsführender Direktor von European Schoolnet, einen spannenden Vortrag, in dem er die aktuelle Lage der Bildung in Europa beleuchtete. Herr Durando sagte, richtig verstandene Pädagogik und die Anwendung entsprechender Technik würden das Lernen über eTwinning einfacher, tiefgreifender und sogar spannender machen. eTwinning wirke sich positiv auf die Pädagogik und nationalen Lehrpläne aus und müsse ausgeweitet werden.

Nach dem Einführungsvortrag gab es eine Podiumsdiskussion zwischen Workshop-LeiterInnen und an der Konferenz teilnehmenden Lehrkräften. Ein Highlight des Gesprächs war, als der kroatische Schüler und Workshop-Leiter Davor Japunčić sich aus dem Publikum zu Wort meldete und seine Gedanken mit den anderen ZuhörerInnen und TeilnehmerInnen der Podiumsdiskussion teilte. Er forderte spannendere und interaktive Unterrichtsformen und mehr eTwinning!

Die Abschlussrede hielt Tapio Säävälä, Referatsleiter bei der EACEA. Herr Säävälä sagte, Lehrkräfte könnten treibende Kräfte des Wandels sein und eTwinning mache das möglich. Außerdem rief er zu einem verstärkten Engagement in der beruflichen Bildung auf.