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eTwinning-Jahreskonferenz 2016: Digitales Bürgertum

Die eTwinning-Jahreskonferenz fand dieses Jahr mit dem Thema „Digitales Bürgertum“ vom 27. bis 29. Oktober in Athen, Griechenland, statt. An der Konferenz nahmen 585 Lehrkräfte, Schulleiter und Pädagogen aus 40 Ländern teil.

Während der 3-tägigen Konferenz wurde die zukünftige Entwicklung von eTwinning aus unterschiedlichen Perspektiven im Hinblick darauf erörtert, wie man mit dem Programm die Bildung im Bereich "digitales Bürgertum" in Europa vorantreiben kann. Eröffnet wurde die Veranstaltung von Sophie Beernaerts von der Europäischen Kommission, die über den potenziellen Einsatz von digitalen Tools bei der Wiederbelebung der Demokratie sprach: „Digitale Kompetenzen werden nicht nur für die Arbeitswelt, sondern auch für das Leben, Lernen, Kommunizieren und die Partizipation in der Gesellschaft benötigt“.

Die Programmrednerin Emma Mulqueeny hielt ein inspirierendes Referat mit dem Titel „Einführung in die Art und Weise, wie Menschen der Jahrgänge 1997 und jünger lernen, sich austauschen, Einfluss ausüben und sich engagieren“. Sie vermittelte einen aufschlussreichen Einblick darüber, wie diese sozial-digitale Generation bisherige gesellschaftliche Traditionen und Gewohnheiten aufbricht. „Sie wuchsen in dem Bewusstsein auf, dass ihre Meinung zählt“, beobachtete Emma Mulqueeny. Ihre Meinung nach ist in dieser Generation das Wissen verankert, wie man den eigenen Standpunkt vertritt und sein Umfeld beeinflusst. Sie verkörpern den wahrhaft multikulturellen Bürger, für den Grenzen keine Rolle spielen.

eTwinning als Kompass zur Navigation in der digitalen Welt

Die Teilnehmer konnten unter 44 Workshops von erfahrenen Lehrkräften und Ausbildern zu verschiedenen Themen wie eSafety, Gamification in der Bildung, Programmieren, Nutzung sozialer Medien im Lernprozess und die Integration von Migranten in den Schulalltag wählen. Weitere Informationen über diese Workshops und die Plenarsitzungen finden Sie in unserem offiziellen Blog mit Artikeln und Material aus den Präsentationen.

In einer feierlichen Zeremonie wurden alle Gewinner der europäischen eTwinning-Preise 2016 in Spezial- und Alterskategorien für interdisziplinäre Projekte wie Chemie kombiniert mit Fremdsprachen oder Mathematik mit IKT ausgezeichnet. Der Hauptpreis ging an das Projekt „Mirror Mirror“, an dem 90 Schüler aus Polen, Italien und Frankreich mitwirkten. Mit dem Projekt sollten das Selbstwertgefühl und die Selbstsicherheit der Schüler gestärkt werden, indem ihnen Hilfsmittel und Kompetenzen für kreative Entwicklung, kritisches Denken und Teamwork vermittelt wurden. Auf der Konferenz wurde auch die neue eTwinning-Jahrespublikation „Growing Digital Citizens: developing active citizenship through eTwinning“ (Heranwachsende digitale Bürger - Aktives Bürgertum durch eTwinning entwickeln) vorgestellt.

Die Abschlussveranstaltung wurde von Emma Mulqueeny, zwei Lehrkräften und zwei Schülern gestaltet, die ausführten, warum sie digitale Bürger sind. „Ich verbringe Zeit online, bleibe mit Freunden über mobile Geräte in Kontakt und bin in sozialen Medien aktiv“, erläuterte einer der Schüler. In Bezug auf die Fähigkeit von Schulen und Lehrkräften zur Heranbildung digitaler Bürger wurde deren Potenzial herausgestellt sowie einige Hindernisse auf dem Weg zu diesem Ziel. „Einige Lehrkräfte sind wie Immigranten in der digitalen Welt“, meinte einer der Schüler. Die Lehrkräfte und Schüler waren sich einig, dass eTwinning als Kompass zur Orientierung in der digitalen Welt dienen kann und rühmten dessen Fähigkeit, Grenzen zu überwinden und digitale Bürger zusammenzubringen.