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Interview mit Nada Kadlecova |
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Nach vielen Jahren hinter dem Eisernen Vorhang empfindet es die tschechische Gymnasiallehrerin Nada Kadlecova als sehr lohnenswert, an europäischen Projekten teilzunehmen und voneinander zu lernen. Sie setzt IKT sehr gerne im Unterricht ein, da Ihre SchülerInnen dann immer besonders motiviert sind. |
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Weshalb sollten Schulen an eTwinning teilnehmen?
Die SchülerInnen sind begeistert von Computern und meist bessere Anwender als wir LehrerInnen. Sie sind zudem motivierter wenn sie ihre Lieblingswerkzeuge einsetzen können. Ich unterrichte die gleiche Grammatik, setzte jedoch neue Methoden ein. Dadurch kann ich das Thema immer wieder neu und interessant gestalten und hoffe, dass die SchülerInnen sich den Unterrichtsstoff auch besser merken.
Die eTwinning Aktion bot mir die Möglichkeit, Freunde für meine SchülerInnen und KollegInnen zu finden. Wir haben bereits zwei Partnerschaften mit Schulen aus Griechenland und Polen registriert. Es ist sehr schön, dass Jugendliche mehr über ihre Nachbarn erfahren und Freundschaften in ganz Europa schließen. Die geographische Distanz wird mit Hilfe des Internet verringert. Durch den E-Mail Austausch mit einer polnischen Partnerschule haben meine SchülerInnen gelernt, wie Weihnachten in Polen gefeiert wird und die Traditionen beider Länder verglichen. Sie waren sehr überrascht, denn sie haben nicht so viele Unterschiede erwartet.
Wie wird eTwinning die Schulen in Europa verändern?
In der Tschechischen Republik gibt es im Moment große Veränderungen im Bildungsbereich. Im Januar 2005 trat ein neues Schulgesetz in Kraft. Jede Schule erstellt nun ihren eigenen Lehrplan. Ich glaube es ist nun die richtige Zeit, um IKT-Projekte in den Unterricht zu integrieren.
Welche Ergebnisse erwarten Sie für Schulen, LehrerInnen und SchülerInnen?
Durch eTwinning werden Schulen offener für flexible Lernprozesse und LehrerInnen haben die Möglichkeit, ihre Methoden mit KollegInnen anderer Länder zu vergleichen. Ich mache dies bereits mit meinem polnischen Partner.
Die LehrerInnen werden vermehrt in Teams arbeiten und die Unterrichtsfächer werden dadurch miteinander verknüpft was zu fächerübergreifendem Unterricht führt. Jeder trägt mehr Verantwortung und die Ergebnisse unserer Arbeit werden veröffentlicht. Die SchülerInnen sehen, wie das Gelernte auch tatsächlich zur Anwendung kommt.
Wie kann man Schulen unterstützen, die an eTwinning teilnehmen?
In meinem Land machen alle LehrerInnen einen Computerkurs. Das bedeutet, dass alle LehrerInnen fähig sein sollten, das Internet einzusetzen. Leider ist dies nicht immer der Fall.
Ein weiteres Problem ist die sprachliche Hürde. Ich glaube es wäre sinnvoll, wenn tschechische LehrerInnen die Möglichkeit hätten, in Fortbildungskursen am Nachmittag Englisch zu lernen. Schulen benötigen jedoch Geld, um diese Kurse anbieten zu können.
Ich haben KollegInnen aus der Region Ceska Lipa meine Hilfe angeboten und werde am 7. April in unserer Stadt ein Seminar für jene KollegInnen veranstalten, die sich für die Teilnahme an einem europäischen Projekt interessieren. Ich habe gemerkt, dass viele KollegInnen noch nicht über die verschiedenen Initiativen informiert wurden und werde versuchen, die Situation in unserer Region zu verbessern. Ich weiß nicht wie andere LehrerInnen dazu stehen, aber ich finde es sehr lohnenswert nach so vielen Jahren hinter dem Eisernen Vorhang mit anderen Menschen Europas in Kontakt treten zu können.
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Web Editor: |
Myriam Cornillet |
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veröffentlicht : |
14/02/2005 |
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Letzte Änderung : |
09/02/2007 |
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