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1. Weshalb sollten Schulen an eTwinning teilnehmen?
Meiner Erfahrung nach suchen guten Schulen permanent nach Möglichkeiten, ihre SchülerInnen im Unterricht auf das Leben vorzubereiten. Gute Schulen motivieren die Schüler zum Beispiel dazu, Zeitungen zu lesen, Filme anzusehen, interessante Orte zu besuchen, Musik zu hören. eTwinning basiert auf zwei Komponenten, die Teil des Lebens in allen Mitgliedsstaaten geworden sind: Internet und Europa. Aus diesem Grunde glauben wir, dass viele Schulen in Europa daran interessiert sind, an einer 'Lernerfahrung' teilzunehmen, die ihre pädagogische Praxis im Rahmen verschiedenster Aktivitäten erweitert.
2. Wie wird eTwinning die europäischen Schulen verändern?
Zum Einen hilft eTwinning LehrerInnen und SchülerInnen dabei, ein neues europäisches Bewusstsein zu entwickeln. Zu Beginn des Schuljahres die Entscheidung zu treffen mit Polen oder Portugal zusammenzuarbeiten, soll so normal werden, wie einen Fußball- oder Schwimmkurs auszuwählen. Dieses Bewusstsein für und die Nähe zu anderen europäischen Schulen und Kindern ist die wichtigste Veränderung, die unserer Meinung nach eTwinning mit sich bringt. eTwinning ist eine einfach zugängliche und leistbare Arbeitsweise für Schulpartnerschaften.
Zum Anderen hoffe ich, dass eTwinning dazu beiträgt, ein Bewusstsein für die unzähligen Lehr- und Lernressourcen zu schaffen, die in den einzelnen Mitgliedsländern verfügbar sind. Es haben sich bereits große Lehrergruppen gebildet, die untereinander regelmäßig kommunizieren und Ressourcen im Internet erstellen. Die eTwinning Aktion sollte dabei helfen, dieser Pionierarbeit Sichtbarkeit zu verhelfen und eine größere Nachfragen nach qualitativ hochwertigen Ressourcen im Internet hervorzurufen.
3. Welche Ergebnisse erwarten Sie für Schulen, LehrerInnen und SchülerInnen?
Wir hoffen, dass Schulen, LehrerInnen und SchülerInnen die gegenseitige Kommunikation und die Kooperation interessant und bereichernd empfinden. Viele pädagogische Studien zeigen, dass der persönliche Kontakt zum Lehrer/zur Lehrerin ein wesentlicher Faktor für erfolgreiches Lernen ist. eTwinning bietet die Möglichkeit, menschliche Kontakte über Grenzen und unterschiedliche Kulturen hinweg aufzubauen. Es wird schwierig, und manche Projekte werden auch nicht die gewünschten Ergebnisse bringen. Doch für die meisten elektronischen Schulpartnerschaften erwarten wir eine gesteigerte Bereitschaft zur Kooperation, zum Verständnis, zum interkulturellen Dialog und natürlich die Verbesserung der IKT-Fertigkeiten. Für die SchülerInnen soll die Arbeit in einem digitalen Netzwerk etwas Selbstverständliches werden.
4. Welche konkreten Maßnahmen können gesetzt werden?
LehrerInnen müssen unterstütz und ihre Arbeit anerkannt werden. Die Unterstützung der LehrerInnen in ihrer Muttersprache gemäß ihren jeweiligen Bedürfnissen ist die Hauptaufgabe der Nationalen Support Services, die von den Unterrichtsministerien bereit gestellt werden. Die Aufgabe des Central Support Services, die das European Schoolnet übernommen hat, ist es, LehrerInnen die nötige Anerkennung zu geben und deren Arbeit zu präsentieren. Mit diesen beiden Anlaufstellen hofft die Europäische Kommission, Schulgemeinschaften in ganz Europa mit der nötigen Unterstützung und pädagogischen Praxisbeispielen zu versorgen.
5. Wann startet die Aktion?
Eine erste Phase hat bereits begonnen. Wir sind gerade dabei, die Infrastruktur mit den Mitgliedsstaaten und dem EUN aufzubauen und hoffen, dass sich Schulen ab Januar anmelden können. Eventuell können wir bereits ab Weihnachten einige Vorreiterprojekte präsentieren. Formal startet die Aktion mit einer offiziellen Eröffnungskonferenz und der Präsentation des eTwinning Portals Mitte Januar.
6. Worin besteht der Vorteil von eTwinning gegenüber anderen Aktionen und Projekten?
eTwinning hat das Potential so viele Schulen zu erreichen, wie keine andere Aktion zuvor. Ich glaube, dass LehrerInnen und SchülerInnen mit ihren IKT-Fähigkeiten sehr vieles bewegen können. Das war vor dem Zeitalter des Internets nicht in diesem Ausmaß möglich. Die meisten europäischen Schulen haben wenig bis keine technischen Probleme bei der Teilnahme. Wir hoffen, dass sich die Schulen aus diesem Grunde mehr auf den Austausch von Materialien, als auf technische Dinge konzentrieren können. Wir hoffen zudem, dass diese groß angelegte Maßnahme LehrernInnen, SchulleiterInnen und EntscheidungsträgerInnen einen guten Überblick über die Möglichkeiten und praktischen Probleme von elektronischen Schulkooperationen, bietet. IKT-basierte Werkzeuge und Dienste stecken immer noch in den Kinderschuhen; ein gut strukturiertes, europaweites Feedback kann Bildungsbehörden dabei helfen, deren Integration in den Unterricht besser zu planen und zu organisieren. Zudem kann eine breite Benutzergemeinschaft dabei helfen, das IKT-Potential kreativ und bestmöglich für den Unterricht zu nutzen. |