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Interview mit Donatella Nucci |
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Interessieren Sie sich dafür, ein eTwinning Projekt mit einer italienischen Schule zu starten? Um herauszufinden, wie eTwinning in Italien funktioniert, haben wir mit Donatella Nucci, der europäischen Koordinatorin für eTwinning in Italien, gesprochen. |
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1. Wie unterscheidet sich das italienische von anderen europäischen Bildungssystemen?
Immer wenn ich mich mit europäischen KollegInnen unterhalte habe ich den Eindruck, dass sie alle sehr überrascht sind davon, dass wir drei Monate Sommerferien haben. Unser Schuljahr beginnt Mitte September und endet Mitte Juni, wobei das exakte Datum von Region zu Region verschieden ist. Obwohl es in den Sekundarschulen keinen Nachmittagsunterricht gibt, dauert der Schultag ziemlich lange. Er beginnt meist um 8.00 Uhr morgens und endet um 14.00 Uhr nachmittags mit nur 15 Minuten Pause. Wir haben zwei Wochen Ferien zu Weihnachten, einige Tage zu Ostern und einige Feiertage, die auf das gesamte Schuljahr aufgeteilt werden. Die Anzahl der Schultage ist jedoch nicht geringer als in anderen europäischen Ländern.
In den Sekundarschulen können unsere SchülerInnen weniger Unterrichtsfächer wählen als so manche europäische KollegInnen. Generell kann man sagen, dass es anstatt verschiedener Wahlfächer einen fixen Lehrplan für jede Klasse und jeden Schultyp gibt. Wählen können die SchülerInnen zwischen den akademischen (Licei), technischen und berufsbildenden Schulen; Unterrichtsfächer wie Mathematik, Physik und Italienisch sind jedoch in allen Schulen verpflichtend (z.B. SchülerInnen in einer Chemieschule lernen Latein und jene in einer klassischen Schule lernen Chemie). Es gab zahlreiche Diskussionen in Italien, was Reformen in Sekundarschulen betreffen. Wegen der Regierungsänderung wurden jedoch in letzter Zeit keinerlei Reformen umgesetzt.
2. Wie wird IKT in den italienischen Unterricht integriert?
Während noch großer Aufwand betrieben wird die nötige Infrastruktur in Schulen einzurichten, und ihnen Breitbandinternet zur Verfügung zu stellen, ist IKT in alle großen Lehrerbildungsinitiativen auf nationaler Ebene integriert. Dank des Puntoedu eLearning Systems, das unterschiedliche Programme vorsieht, konnten mehr als 500 000 LehrerInnen IKT-Kompetenzen für den Unterricht erwerben. Dennoch sind in einigen Schulen die Computer lediglich in Computerräumen und nicht in den Klassen vorhanden. LehrerInnen, die nichttechnische Fächer unterrichten, haben dann oft Probleme ihre KollegInnen davon zu überzeugen, dass auch sie den Computerraum benötigen. Positiv zu erwähnen ist jedoch, dass dank eTwinning viele LehrerInnen großartige IKT-Projekte durchführen konnten, da ihnen von der Schulleitung der Zugang zum Computerlabor gestattet wurde.
3. Wie hat eTwinning in den letzten beiden Jahren Italien beeinflusst?
Grundsätzlich kann man sagen, dass italienische LehrerInnen sich für alle Initiativen mit einer europäischen Dimension interessieren, was auch die Anzahl der bisherigen Registrierungen zeigt. Einige LehrerInnen finde es besonders angenehm an einer Aktion teilzunehmen, bei der keine administrativen Aufgaben und Abgabetermine zu beachten sind.
Ich persönlich würde mir wünschen, dass sich die LehrerInnen mehr zutrauen und abenteuerlustiger werden, was IKT betrifft. Sie sollten auch gelegentlich andere Programme als Word und PowerPoint einsetzen. Es gibt viele Werkzeuge, die einfach zu handhaben sind und bei denen sogar bessere Ergebnisse erzielt werden können.
4. Für welche Projekte interessieren sich italienische Schulen?
Im Moment beschäftigen sich die meisten Projekte mit Fremdsprachen und dem Kennenlernen anderer Länder; es gibt jedoch auch eine Reihe von sehr interessanten Projekten, die als Referenz für eTwinning in Italien angesehen werden können. Es gibt viele großartige Projekte rund um Wissenschaften, Mathematik Latein, Geschichte, Philosophie, Umwelt und Informatik. Alle Unterrichtsfächer können in eine eTwinning Aktivität mit einbezogen werden.
5. Gibt es spezielle eTwinning Aktivitäten in Italien?
Im Moment organisieren wir drei große Fortbildungsseminare in Montecatini (10.-11. Oktober), Neapel (23.-24. Oktober) und Mestre (7.-8. November). Diese Seminare richten sich an alle Schulen, die ein Projekt registriert haben. Wir organisieren diese Seminare gemeinsam mit den regionalen Schulbehörden (USR Uffici Scolastici Regionali), da wir seit Beginn der eTwinning Aktion mit ihnen zusammenarbeiten. Es gibt einen eTwinning Vertreter und einen pädagogischen eTwinning Berater für jede Region Italiens.
6. Haben Sie Tipps für LehrerInnen, die eine Partnerschaft mit italienischen Schulen eingehen möchten?
Ja: Italien hat mehr zu bieten als Pizza, Pasta und Sonnenschein! Es gibt viele kulturelle Themen, die man gut mit dem eigenen Lehrplan verbinden kann - versuchen Sie es einfach!
Sind Sie daran interessiert, ein eTwinning Projekt mit einer italienischen Schule zu starten?
Hier haben wir Informationen über das nationale Schulsystem sowie eTwinning Projekte Italiens zusammengestellt.
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Web Editor: |
Christina Crawley |
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veröffentlicht : |
19/09/2006 |
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Letzte Änderung : |
22/06/2007 |
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