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Interview mit Derrick de Kerckhove |
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Derrick de Kerckhove, bekannter Forscher auf dem Gebiet der neuen Technologien, präsentierte im Rahmen der jüngsten eTwinning Eröffnungskonferenz seine Ideen über die Zukunft des Bildungsbereichs. Seiner Meinung nach wird das Internet die Möglichkeit bieten, Intelligenz zu verknüpfen und gemeinsames Denken ermöglichen. |
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Derrick de Kerckhove ist Direktor des McLuhan Programms für Kultur & Technologie und Professor an der französischen Fakultät der Universität Toronto. Er war Hauptredner der europäischen eTwinning Eröffnungskonferenz im Januar 2005, wo er eine aufschlussreiche Präsentation darüber hielt, wie neue Medien die Pädagogik und Denkweise revolutionieren können. Das eTwinning Team hatte noch einige zusätzliche Fragen an ihn.
Wie können neue Technologien die Pädagogik verändern?
Wir werden nicht mehr sehr lange in einer Situation sein, in der LehrerInnen vor einer Klasse stehen und die SchülerInnen nur InformationsempfängerInnen sind. In den Wissenschaften wird die Arbeit in Teams in Labors erledigt. Mit den neuen Technologien könnte dies in den Sozialwissenschaften angewandt werden. Das nenne ich "verknüpfte Intelligenz". Dem Konzept unterliegt die Annahme, dass Wissen in einem gemeinschaftlichen und interaktiven Prozess zwischen einzelnen Menschen erworben wird. Intelligenz muss als geteilte Ressource und nicht als exklusiver Besitz einer Einzelperson angesehen werden.
Mit vermehrtem Interneteinsatz wird ein pädagogisches Modell entstehen, bei dem die einzelnen Klassenmitglieder sowie die Klassen untereinander verknüpft sind. Wenn Intelligenz verknüpft werden kann, wird das Wissen verbessert und schülerzentrierte Bildung möglich.
Ich behaupte aber nicht, dass auf physische Anwesenheit verzichtet werden kann. Einige "Kontaktstunden" zwischen SchülerInnen und LehrerInnen sind von grundlegender Bedeutung.
Wie kann die Qualität von Onlinematerialien sichergestellt werden ?
LehrerInnen müssen ihren SchülerInnen beibringen, Dokumente kritisch zu bewerten. Die SchülerInnen sollten die Art der Präsentation begutachten, lernen, verschiedene Quellen aufzusuchen und den Kontext verstehen. Pädagogische Forschungsarbeit zu diesem Bereich wird jedoch noch benötigt und auch bereits durchgeführt.
Wie können unwillige LehrerInnen überzeugt werden, neue Technologien einzusetzen?
Ich bin mir nicht sicher, ob man LehrerInnen, die sich sträuben, auch tatsächlich überzeugen kann. Ich würde eher sagen, dass Lehrerfortbildung in diesem Bereich viel wichtiger ist. Die Generation, die Computer weder für professionelle noch für private Zwecke einsetzte, geht langsam in den Ruhestand und jüngere LehrerInnen erkennen, dass IKT-Kompetenzen fundamentale Fertigkeiten sind.
Welche Vorteile sehen Sie in einer Teilnahme an eTwinning?
Meines Erachtens gibt es vier wesentliche positive Effekte. Ich glaube, Partnerschaften zwischen Schulen in Europa werden:
- Sensibilität für Europa schaffen
- zu einer Normalisierung von vernetzter Psychologie beitragen
- immer einfacher, je mehr Partnerdienste und Werkzeuge zur Verfügung stehen
- die Entwicklungen von Datenbanken mit guten schulischen Materialien nach sich ziehen
Haben Sie einen konkreten Vorschlag für Schulpartnerschaften ?
Wir könnten zwei geographisch voneinander entfernte Schulen live miteinander in Kontakt bringen. Auf Bildschirmen könnte man mitverfolgen, was in der anderen Schule passiert. Die einzelnen Klassen könnten mit Hilfe von Videokonferenzen zusammenarbeiten.
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Web Editor: |
Santi Scimeca and Myriam Cornillet |
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veröffentlicht : |
08/02/2005 |
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Letzte Änderung : |
09/02/2007 |
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