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Wie kamen wir hierher? Migrationsgeschichten
Eine der größten Herausforderungen der modernen Gesellschaft ist die Migration.

Unterrichtsfächer: fächerübergreifend: Geschichte, Fremdsprachen, Sozialwissenschaften und Staatsbürgerkunde

Altersgruppe: 11-15

Level: mittel

Dauer: 1 Schuljahr

Einleitung: Eine der größten Herausforderungen der modernen Gesellschaft ist die Migration. Für einige ist sie ein gesundes soziales Phänomen, durch das man Bereicherung erfährt, für andere bietet sie den Vorwand für Konflikte mit Untertönen des Rassismus und anderer extremer Anschauungen. SchülerInnen kommen mit diesem Thema zu Hause, im Radio und Fernsehen und bei ihren Freunden in Kontakt. Leider wird das Thema in der Öffentlichkeit oftmals durch Missverständnisse, falsche Informationen (oftmals absichtlich) und fehlende Fakten geprägt. Für LehrerInnen ist es nicht immer einfach falschen Behauptungen zu begegnen, und deshalb soll dieses Projekt auch Unterrichtsfächer wie Geschichte, Sozialwissenschaften und Staatsbürgerschaftskunde bereichern. An dem Projekt sollen so viele Schulen wie möglich teilnehmen und sich gemeinsam mit dem Thema "Migration" auseinandersetzen. Die SchülerInnen sollen sich mit Menschen beschäftigen, die ihren Geburtsort verlassen haben und entweder in ihrem Land umgezogen oder aus unterschiedlichen Gründen ins Ausland gezogen sind. Dadurch sollen die SchülerInnen ein besseres Verständnis für die Gründe der Emigration oder Immigration und deren Auswirkungen auf die Gesellschaft bekommen.

IKT Werkzeuge: Digitalkamera, Chateinrichtungen, E-Mail, Internet, Webcam

Pädagogische Ziele: Verbesserung der Forschungs- und Kommunikationsfertigkeiten
Erfahrung sammeln beim Aufzeichnen von Daten und der Erstellung von Zusammenfassungen
Interesse wecken für geschichtliche Ereignisse und soziale Phänomene
Entwicklung der Fähigkeit, beide Seiten eines Arguments zu verstehen, sowie besseres Verständnis und Toleranz gegenüber Immigranten

Prozess:

1. Anfangsaktivitäten

Die Anfangsaktivität kann auf zwei Varianten stattfinden:
a) die SchülerInnen versuchen so viel wie möglich über die Herkunft ihrer eigenen Familie herauszufinden
b) LehrerInnen behandeln historische Ereignisse, die zu Migration geführt haben.
TIPP:
Vorschläge: Hat die Familie immer am gleichen Ort gelebt, oder kam ein Großelternteil aus einem anderen Landesteil oder aus einem anderen Land? Können die SchülerInnen ihre Nachforschungen ausdehnen, indem sie in Kirchenaufzeichnungen oder bei Ämtern (die Aufzeichnungen über Geburten, Ehen, Todesfälle) nachfragen? Auch die Lehrpersonen können ihre Familiengeschichte einbringen.

2. Vertiefung

TIPP:
Die Daten könnten als Wiki oder Google Dokument online präsentiert werden, sodass jede Schule Beiträge leisten kann. Die abschließende Zusammenfassung kann schließlich als Projektblog oder im TwinSpace hochgeladen werden.

Während die SchülerInnen mit ihren Familiennachforschungen beschäftigt sind, erzählt ihnen die Lehrperson über die Migration im Laufe der Geschichte. Dabei kann man bei den Kelten und Römern anfangen und schließlich die Indianer, Türken, etc. behandeln. Ein anderes Beispiel wäre die Emigration der Iren, Italiener und Portugiesen sowie das eher jüngere Phänomen der Auswanderung in ein anderes EU-Land.
Die SchülerInnen sollen herausfinden, ob es bei den Migrationen irgendwelche auffälligen Muster gibt. Die Lehrperson kann schließlich - je nach Hintergrund der SchülerInnen - den Schwerpunkt auf ein oder zwei Beispiele legen.

Am Ende jedes Monats wird eine Zusammenfassung der Daten mit der Partnerschule ausgetauscht. Nach den 12 Monaten entsteht eine Übersicht aller Migrationsmuster.

3. Abschluss

In der Schlussphase des Projekts werden die Ergebnisse entweder als Broschüre oder online veröffentlicht. Jede Klasse fasst mit Hilfe von Graphiken die Herkunft der Klassenmitglieder zusammen. LehrerInnen können ihre eigenen Daten einfügen. Schließlich werden die abschließenden Ergebnisse jeder teilnehmenden Schule zusammengefasst. Die Broschüre und/oder die Onlinematerialien werden allen Schulen des Netzwerks zur Verfügung gestellt und mit relevanten Websites verlinkt, sodass auch andere Schulen Zugriff darauf haben.
TIPP:
Sie könnten mit Hilfe des Onlinewerkzeuges Magazine Factory die Ergebnisse online als Magazin veröffentlichen. Jede Klasse kann dabei eine Seite beitragen. Die SchülerInnen können die Ergebnisse anschließend im Projektblog diskutieren. Schulen, die ein Breitbandinternet und eine Webcam zur Verfügung haben, können die Ergebnisse auch in Echtzeit diskutieren.

4. Ergebnisse

TIPP: Geben Sie den Link Ihrer Projektzusammenfassung auch anderen Klassen Ihrer Schule bekannt. Verfassen Sie einen Artikel auf Ihrer Schulwebsite. Berichten Sie der lokalen Zeitung von Ihrem Projekt.

Projektblog; CD-Rom

Weiterführende Möglichkeiten: Beschäftigen Sie sich mit einer bestimmten Migrationswelle, einem bestimmten Migrationsgrund oder einer Auswirkung der Migration (z.B. der Einfluss von Sprachen, wenn viele Menschen migrieren; Kolonialisierung, Sklavenhandel, etc.). Sie könnten aber auch eine dominante ethnische Gruppe in der Schulgemeinschaft oder ein bestimmtes Land, zu dem die SchülerInnen eine Beziehung haben (vielleicht in einem Entwicklungsland anhand eines Schulprojekts) behandeln.

Downloads: Nützliche Links für allgemeine Informationen über das Europäische Jahr des interkulturellen Dialogs www.ec.europa.eu/culture/portal/events/current/dialogue2008
Projektbeispiele verschiedener EU-Mitgliedsstaaten:
www.interculturaldialogue2008.eu
Hintergrundinformationen über EU-Jungendprojekte:
www.salto-youth.net/interculturaldialogue
Informationen über Migration von der OECD (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung):
www.oecd.org/migration
Informationen über Migration von der UNESCO
www.unesco.org/migration
Informationen der BBC über Landflucht
www.bbc.co.uk/history/british/victorians/exodus

Evaluierung: LehrerInnen setzen sich bestimmte Ziele, die in Zusammenhang mit der speziellen Situation der Schule oder der Klasse stehen. Diese Ziele, sowie deren Umsetzung, bilden die Grundlage der Evaluierung. Bewertet wird zudem, ob das Projekt bis zum vereinbarten Ende aktiv war.

Wie gut hat das Projekt den Lehrplan ergänzt (z. B. in den Fächern Geschichte und Geographie)? Hat sich die Einstellung der SchülerInnen gegenüber Immigranten seit Beginn des Projekts verändert? Hat sich die Einstellung der SchülerInnen zueinander durch die Nachforschungen der eigenen Herkunft verändert? Konnte IKT im Rahmen des Projekts oft und auf kreative Weise eingesetzt werden?

veröffentlicht : 28/02/2008
Letzte Änderung : 07/04/2008
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