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Interview mit Geert Kessels, Projektmanager bei EUROCLIO, dem Europäischen Verband der Geschichtslehrerverbände

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EUROCLIO, der Europäische Verband der Geschichtslehrerverbände, ist einer der "eTwinning Freunde". Er bietet Fortbildungen und Seminare für GeschichtslehrerInnen auf europäischer Ebene. Wir haben uns vor kurzem mit Projektmanager Geert Kessels getroffen und ihm einige interessante Fragen über die EUROCLIO Plattform gestellt.

Welchen zusätzlichen Vorteil haben EUROCLIO Mitglieder?

 
Der wesentliche Vorteil von EUROCLIO sind die Fortbildungs- und Seminarmöglichkeiten, die wir anbieten. Um teilzunehmen, kann man sich um Grundtvig Individualstipendien bewerben. Wir sind die einzige europäische Plattform, die Fortbildungen und Seminare anbietet, bei der sich GeschichtslehrerInnen persönlich treffen, austauschen und diskutieren können.
 
Unsere Mitglieder sind hauptsächlich nationale Geschichtslehrerorganisationen. Falls GeschichtslehrerInnen mehr über EUROCLIO erfahren möchten, sollten sie mit ihrem nationalen Verband in Kontakt treten oder sich unsere Website ansehen.
 
Können Sie uns ein Beispiel einer kürzlich durchgeführten, erfolgreichen Aktivität von EUROCLIO geben?
 
Wir sind seit 20 Jahren eine projektbasierte Organisation und führen deshalb naturgemäß verschiedenste Projekte durch. Vor kurzem haben wir mit osteuropäischen- und Balkanländern an der Integration neuer Methoden in den Lehrplan gearbeitet. LehrerInnen aus ähnlichen Bereichen arbeiten gemeinsam an Geschichtskursen.
 
Sie haben gerade ein neues Portal mit dem Titel Historiana eröffnet. Können Sie uns etwas darüber erzählen?
 
Die Website bietet eine erste echte Alternative zu europäischen Geschichtsbüchern. Es nehmen 30 Länder aus Europa und darüber hinaus teil. LehrerInnen können neue Materialien entwickeln und diese hochladen. Anschließend bewertet ein Gremium bestehend aus LehrerInnen und GeschichtsexpertInnen die Materialien und entscheidet, ob diese veröffentlicht werden.
 
Im Klima des wachsenden Nationalismus in Europa wird die Förderung kritischen Denkens und gegenseitigen Respekts immer wichtiger. Wie sieht EUROCLIO diesen Trend?
 
Der Kampf gegen den wachsenden Nationalismus ist eines unserer Hauptziele. Kooperationen helfen Stereotypen entgegenzuwirken. Deshalb ist die Zusammenarbeit von LehrerInnen aus demselben Unterrichtsbereich so wichtig.
 
Diese Methode sollte sowohl für ehemalige Konfliktländer (Balkan, Kaukasus), als auch für westliche Länder angewendet werden. Historiana ist ein Tool, das dafür eingesetzt werden kann. Auch eTwinning kämpft gegen aufkommenden Extremismus und bietet eine Plattform zum Austausch und für Diskussionen an. eTwinning holt SchülerInnen aus ihrem rein nationalen Denken heraus und fördert so das Bewusstsein für andere Kulturen.
 
eTwinning schafft ein natürliches Bündnis zwischen den GeschichtslehrerInnen Europas. Mit den Kommunikationstools und den sozialen Netzwerkmöglichkeiten von eTwinning und dem Ressourcenreichtum von EUROCLIO finden GeschichtslehrerInnen eine gemeinsame Basis für Projekte und Kommunikation. Natürlich sind diese Möglichkeiten nicht nur für GeschichtslehrerInnen bestimmt. Alle Lehrpersonen, die historisch interessante Themen suchen, können von den EUROCLIO Ressourcen profitieren.