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Was passiert in den Niederlanden?

Sind Sie daran interessiert, an einem eTwinning Projekt mit einer Schule aus den Niederlanden teilzunehmen? Um mehr darüber zu erfahren, wie eTwinning in den Niederlanden funktioniert, haben wir uns vor kurzem mit Marjolein Mennes von der nationalen Koordinierungsstelle der Niederlande unterhalten.

Worin unterscheidet sich die Bildung in den Niederlanden von derjenigen anderer europäischer Länder?

Sowohl die Internationalisierung als auch die Anwendung von IKT werden als Hauptziele im Lehrplan beschrieben und stellen somit für LehrerInnen einen verbindlichen Teil des Unterrichts dar. Im Gegensatz zu vielen europäischen Ländern findet die Einteilung in verschiedene Leistungsklassen in den Niederlanden im Alter von etwa 12 Jahren statt (in vielen anderen Ländern liegt das Alter der Schüler bei 15 Jahren). Die Art der Sekundarausbildung wird aufgrund der beim Abschlussexamen der Grundschule (dem CITO-Test) erzielten Resultate gewählt, wobei auch die Meinung der LehrerInnen eingeholt und die Interessen der SchülerInnen (sowie der Eltern) berücksichtigt werden. Hier lautet die Regel: Je höher das Niveau, umso länger dauert die Sekundarausbildung.

Das Studium von drei modernen Fremdsprachen ist für eine gewisse Zeit lang vorgeschrieben. Englisch bleibt bis zum Abschlussexamen ein Pflichtfach. Das Niveau der SchülerInnen wird durch die Dauer bestimmt, während der eine bestimmte Fremdsprache gelernt wurde, sowie durch das Niveau der Sprachkenntnis.

Hinzu kommt noch, dass der informelle Kontakt zwischen SchülerInnen und LehrerInnen charakteristisch ist für die Bildung in den Niederlanden. Die Schulaufsichtsbehörden verfügen außerdem über eine beträchtliche Unabhängigkeit und bestimmen meist den Lehrplan der ihnen zugewiesenen Schulen. 

Wie wird IKT in den Niederlanden umgesetzt?

Fast alle Schulen benutzen IKT als Hilfsmittel für die Bildung und Innovation. Die Benutzung und Anwendung von IKT ist daher mehr die Regel als die Ausnahme. Im Allgemeinen liegt die Anzahl der Computer, die den SchülerInnen zur Verfügung steht, zwischen befriedigend und gut. Die Schulen verfolgen außerdem eine Vision, was die Benutzung von IKT angeht. Interneteinrichtungen weisen größtenteils gute Standards auf und das Bildungsministerium ist bestrebt den Bildungsinstitutionen die nötigen Räumlichkeiten zur Verfügung stellen, um selber Verbesserungen und Reformen durchzuführen. Hierdurch werden Qualität und Zugänglichkeit zu wichtigen Voraussetzungen.

Die Stiftung Kennisnet ICT op School Foundation spielt hierbei eine wichtige Rolle. Kennisnet ist eine öffentliche Organisation zur Unterstützung von IKT, die die Interessen des Bildungssektors in den Niederlanden im Bereich der IKT vertritt. Ihre Website gewann letztes Jahr sogar den Preis der informativsten Website. Die Stiftung bietet Hilfsmittel, um Schulen bei der Wahl von IKT-Produkten und Dienstleistungen zu unterstützen und bietet auch ihre eigenen Bildungsprodukte und Dienstleistungen zur Förderung der Innovation an. Kennisnet ist ein Experte in Sachen IKT und Bildung und arbeitet eng mit der niederländischen Koordinierungsstelle zusammen.

Wie hat sich das eTwinning, das nun seit drei Jahren besteht, bisher auf die Niederlande ausgewirkt?

Die Zahl der Projekte und Anmeldungen hat sich seit dem vergangenen Jahr verdoppelt. Immer mehr LehrerInnen, SchulleiterInnen und bestehende Schulnetzwerke sind überzeugt, dass eTwinning eine einfache Art ist, IKT und die Internationalisierung in der Schule einzuführen. eTwinning setzt sich mehr und mehr durch, wie wir an der steigenden Anzahl täglicher Anmeldungen bemerkt haben. Schulen glauben manchmal nicht, dass es so einfach ist, ein Projekt zu beginnen. Die maßgeschneiderte Unterstützung, die wir in Form einer Beratungsstelle und Humanressourcen anbieten, hilft Schulen auch dabei, ihre anfänglichen Vorbehalte zu überwinden.

Für welche Art von Projekten interessieren sich die niederländischen Schulen am meisten?

Bei den meisten Projekten, die im Augenblick laufen, tauschen die Partnerschulen Informationen über die Lebensweise aus. Sie tun dies anhand verschiedener Hilfsmittel: Durch Webblogs, Chatten, Websites, Foren, usw. Die am häufigsten benutzte Sprache ist Englisch. Zwanzig Prozent der Projekte werden auf Grundschulebene durchgeführt. Wir möchten im nächsten Schuljahr besonders Projekte in der Grundschulbildung und in der Sonderpädagogik fördern.

Werden in den Niederlanden besondere eTwinning-Aktivitäten organisiert?

Auch hier sind für das nächste Schuljahr zahlreiche Möglichkeiten vorgesehen, sich mit LehrerInnen und anderen Organisationen zu treffen, die in diesem Bereich arbeiten. Wir haben einige Treffen mit Comenius-KollegInnen organisiert, um LehrerInnen einen Überblick der Möglichkeiten zu geben, die eine Schulpartnerschaft bietet. LehrerInnen aus Deutschland, Belgien und Frankreich können sich für ein Kontaktseminar anmelden, das vom 16. bis 17. November in Brüssel stattfindet. Es nehmen auch immer zwei niederländische LehrerInnen an den europäischen Workshops für die professionelle Entwicklung teil, die im Laufe des Schuljahrs stattfinden. Sie können direkt mit ihnen Kontakt aufnehmen, um gemeinsam ein Projekt zu starten.

Haben Sie Ratschläge für LehrerInnen, die ein Projekt mit Schulen in den Niederlanden beginnen möchten?

Im Allgemeinen ist es einfach, mit LehrerInnen in den Niederlanden Kontakt aufzunehmen, und sie beherrschen die Fremdsprachen, die sie sprechen, gut. Die LehrerInnen verfügen bei der Durchführung eines eTwinning-Projektes in der Klasse über eine große Freiheit. Wenn Sie es nicht schaffen, den/die richtige(n) Lehrer(in) zu finden, kontaktieren Sie die niederländische Koordinierungsstelle, wir helfen Ihnen gerne bei der Suche nach dem richtigen Schulpartner.

Möchten Sie ein eTwinning-Projekt mit einer Schule in den Niederlanden beginnen?

Erfahren Sie mehr über die Niederlande und werfen Sie einen Blick auf die Informationen über die nationale Schulstruktur und die laufenden eTwinning-Projekte.

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  • Web Editor: Borgos Kari
  • veröffentlicht: 23.09.2008
  • Letzte Änderung: 12.08.2009
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