Interview mit Eva Pap
| Sind Sie an einem eTwinning Projekt mit einer Schule in Ungarn interessiert? Um zu erfahren, wie eTwinning in Ungarn funktioniert, haben wir mit Eva Pap, der Koordinator für eTwinning in Ungarn, gesprochen. |
1. Wie unterscheidet sich das ungarische von anderen europäischen Bildungssystemen? In Ungarn gibt es einen nationalen Rahmenlehrplan, der Schulen und anderen Bildungsinstitutionen als Basis für deren zentralen und lokalen Lehrplan dient. Da IKT im nationalen Rahmenlehrplan Berücksichtigung findet, werden Informations- und Kommunikationstechnologien auch in alle anderen Lehrpläne integriert. IKT wird zwar nicht verpflichtend vorgeschrieben, jedoch in allen Unterrichtsfächern besonders empfohlen. 2. Wie wird IKT in Ungarn in den Unterricht integriert? Der Einsatz von IKT wird in Ungarn immer populärer. Diese neuen Medien stellen für uns eine große Herausforderung dar, weil einerseits die technische Ausstattung in den Schulen fehlt und andererseits unsere LehrerInnen noch nicht ausreichend dafür ausgebildet sind. Um diesen zwei Problemen entgegenzuwirken, werden nun immer mehr Fortbildungen für LehrerInnen organisiert und Schulen werden darauf aufmerksam gemacht, dass sie um Unterstützung zum Ankauf neuer IKT-Werkzeuge ansuchen können. Die "Informationstechnologienorm" wurde zum Beispiel letztes Jahr eingeführt und erlaubt es Schulen, finanzielle Unterstützung in Anspruch zu nehmen, um Hard- und Software zu kaufen. 3. Wie hat eTwinning Ihr Land beeinflusst? Welche Rückmeldungen erhalten Sie von Schulen und LehrerInnen? Unter Leitung des Sulinet Program Office, das vom ungarischen Ministerium für Bildung und Kultur unterstützt wird, nimmt Ungarn seit seinem Start an eTwinning teil. Das das Sulinet Program Office bereits viele andere internationale Programme (z.B. Scale, Itcole, Celebrate, eColours, MELT, Europäischer Frühling, ThinkQuest) koordiniert hat, hat es eine Datenbank aller Kindergärten, Grund- und Sekundarschulen angelegt, die alle dazu motiviert werden, teilzunehmen. Auch das Ministerium für Bildung und Kultur unterstützt die Aktion. Immer mehr Schulen melden sich für eTwinning an. Dies ist auf das positive Feedback der teilnehmenden Schulen, das Interesse an verschiedenen Seminaren und Wettbewerben sowie die internationale Komponente zurückzuführen. Unsere LehrerInnen, die im Rahmen der Aktion ins Ausland reisen, kommen immer mit viel positivem Feedback nach Hause, was natürlich auch ihre KollegInnen motiviert. Was Projektarbeit betrifft, erhalten wir sowohl positive als auch negative Kommentare, die für unsere Arbeit mit ungarischen LehrerInnen sehr wichtig sind. 4. Für welche Projekte interessieren sich ungarische Schulen am meisten? Eine Umfrage, die im letzten Jahr durchgeführt wurde, hat gezeigt, dass es eine Vielfalt an Themen gibt. Ungarische SchülerInnen und LehrerInnen interessieren sich jedoch hauptsächlich für fächerübergreifende Themen. Dies ist definitiv ein positives Ergebnis, denn das Hauptziel von eTwinning ist schließlich die Förderung fächerübergreifender Aktivitäten. Es liegt auch in der Natur der Sache, dass Fremdsprachen und europäische Themenbereiche sehr beliebt sind. Aber auch Natur- und Sozialwissenschaften rangieren in der Beliebtheitsskala sehr weit oben. 5. Werden in Ungarn spezielle eTwinning Aktivitäten organisiert? Im Moment sind wir mit den Vorbereitungen für die jährliche eTwinning Konferenz im Februar 2007 beschäftigt. Gemeinsam mit der slowakischen und der tschechischen NSS haben wir im Oktober einen eTwinning Workshop organisiert. Da dieser ein großer Erfolg war, planen wir im März in der Tschechischen Republik einen ähnlichen Workshop, an dem sich auch die polnische NSS beteiligen wird. Darüber hinaus wird es in nächster Zeit auch eine Aktualisierung der Website sowie verschiedenste Fortbildungsaktivitäten für LehrerInnen geben. Im Frühling organisieren wir einen nationalen eTwinning Wettbewerbstag. 6. Haben Sie Tipps für LehrerInnen, die eine eTwinning Partnerschaft mit Schulen in Ungarn eingehen möchten? Die meisten ungarischen SchülerInnen arbeiten mit Begeisterung an internationalen Aktionen, vor allem, wenn diese in ihre Unterrichtsaktivitäten integriert werden. Die Kinder und Jugendlichen stehen der Zusammenarbeit mit Schulen aus dem Ausland sehr offen gegenüber. Die Zusammenarbeit mit SchülerInnen aus Nachbarstaaten bietet die Möglichkeit des persönlichen Kontakts, was für unsere Kinder und Jugendlichen sehr motivierend ist. Die Kooperation mit weiter entfernten Ländern bietet ihnen jedoch die einmalige Chance, eine völlig neue Welt kennen zu lernen. Persönlicher Kontakt kann schließlich auch mit SchülerInnen gepflegt werden, die sehr weit entfernt wohnen. SchülerInnen unserer Schule verbrachten zum Beispiel zwei einmalige und unvergessliche Wochen in ihrer Partnerschule in Island. Sind Sie daran interessiert, ein eTwinning Projekt mit einer Schule in Ungarn zu starten? Erfahren Sie mehr über Ungarn, sein Bildungssystem und seine eTwinning Projekte:
 |
- Web Editor: Tasiopoulou Evita
- veröffentlicht: 24.09.2008
- Letzte Änderung: 12.08.2009
|
 |
|